Berufsunfähigkeits­versicherung steuerlich absetzen

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Das Wesentliche vorweg: Ob und wie stark die Beiträge Ihrer Berufsunfähigkeits­versicherung (BU) steuerlich absetzbar sind, sollte Ihre Entscheidung für den Versicherungsschutz nicht beeinflussen. Denn Sie können die Ausgaben zwar in der Steuererklärung geltend machen. Doch in den meisten Fällen ist der dafür vorgesehene Höchstwert bereits durch andere Versicherungsbeiträge ausgeschöpft. Anders verhält es sich mit einer Berufsunfähigkeits­zusatzversicherung (BUZ) in Kombination mit einer Rürup-Rente.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten der BU in der Steuererklärung angeben

    Grundsätzlich können Sie die Ausgaben für Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung in der Steuererklärung angeben.

  • Anlage Vorsorgeaufwand

    Die BU-Kosten setzen Sie in der Anlage Vorsorgeaufwand steuerlich ab.

  • Anerkannte Beträge variieren

    Abhängig davon, ob Sie einen eigenständigen Vertrag oder eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung vereinbaren, schwanken die vom Finanzamt anerkannten Beträge.

  • Ein Teil der BU-Rente muss versteuert werden

    Werden Sie berufsunfähig und erhalten eine monatliche Rente, müssen Sie davon den sogenannten Ertragsanteil versteuern.

  • Unterschiede beim Kombivertrag

    Bei einem Kombivertrag ist dagegen der Besteuerungsanteil entscheidend.

  • Kosten der BU in der Steuererklärung angeben

    Grundsätzlich können Sie die Ausgaben für Ihre Berufsunfähigkeits­versicherung in der Steuererklärung angeben.

  • Anlage Vorsorgeaufwand

    Die BU-Kosten setzen Sie in der Anlage Vorsorgeaufwand steuerlich ab.

  • Anerkannte Beträge variieren

    Abhängig davon, ob Sie einen eigenständigen Vertrag oder eine Berufsunfähigkeitszusatz­versicherung vereinbaren, schwanken die vom Finanzamt anerkannten Beträge.

  • Ein Teil der BU-Rente muss versteuert werden

    Werden Sie berufsunfähig und erhalten eine monatliche Rente, müssen Sie davon den sogenannten Ertragsanteil versteuern.

  • Unterschiede beim Kombivertrag

    Bei einem Kombivertrag ist dagegen der Besteuerungsanteil entscheidend.

Ist eine Berufsunfähigkeits­versicherung steuerlich absetzbar?

Generell können Sie die Beiträge für Ihre Berufsunfähigkeits­
versicherung steuerlich absetzen. Ist der Schutz im Gegensatz zur Berufsunfähigkeits­zusatzversicherung mit keiner anderen Versicherung kombiniert, tragen Sie die BU-Ausgaben in der Steuererklärung in der Anlage Vorsorgeaufwand unter dem Punkt „Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen“ ein.

 

Oftmals ist jedoch der Höchstbetrag, den das Finanzamt unter diesem Posten berücksichtigt, schon durch andere Versicherungsbeiträge ausgeschöpft. Denn zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen zählen neben den Kosten für die Berufsunfähigkeits­­versicherung weitere Ausgaben, beispielsweise für die Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Steuerlich absetzbar sind pro Jahr lediglich 1.900 Euro beziehungsweise 2.800 Euro, wenn Sie etwa als Selbstständiger nicht vom Arbeitgeber beim Pflege- und Krankenversicherungsbeitrag unterstützt werden.

Verdienen Sie als Angestellter beispielsweise 2.500 Euro brutto pro Monat, liegt Ihr monatlicher durchschnittlicher Kranken­kassenbeitrag bei 207,50 Euro (Stand 2018). Innerhalb eines Jahres belaufen sich die Kosten somit auf rund 2.500 Euro. Damit ist der Höchstbetrag, den das Finanzamt für die sonstigen Vorsorgeaufwendungen vorsieht, bereits überschritten. Die Kosten für Ihre Berufsunfähigkeits­versicherung finden daher keine steuerliche Berücksichtigung mehr.

Berufsunfähigkeits­versicherung in Kombination mit einer Rürup-Rente steuerlich absetzen

Haben Sie statt einer eigenständigen Berufsunfähigkeits­
­versicherung eine Berufsunfähigkeits­zusatzversicherung abgeschlossen, die mit einer Rürup-Rente kombiniert ist, können Sie Ihre Versicherungs­
ausgaben deutlich besser in der Steuererklärung geltend machen. Dazu müssen mindestens 50 Prozent des Beitrags für den Kombivertrag in den Aufbau einer privaten Altersvorsorge über die Rürup-Rente fließen. Dann können Sie die gesamten Versicherungskosten in der Anlage Vorsorgeaufwand unter dem Punkt „Beiträge zur Altersvorsorge“ angeben.

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Durch die Kopplung an die Rürup-Rente wächst jedes Jahr der Höchstbeitrag, den das Finanzamt in der Steuererklärung berücksichtigt. 2018 liegt der Betrag beispielsweise voraussichtlich bei maximal 20.392 Euro, der sich steuersenkend auswirken kann.

Wie wird die BU-Rente versteuert?

Abhängig davon, ob Ihre Berufsunfähigkeits­
versicherung ein eigenständiger Vertrag oder ein Kombivertrag ist, unterscheidet sich die Besteuerung der Leistung bei Berufsunfähigkeit. Bleiben Sie allerdings mit Ihrem gesamten Einkommen unterhalb des jährlichen Grundfreibetrags von 9.000 Euro (Stand 2018), fallen keine Steuern an.

Bei einer selbstständigen Berufsunfähigkeits­
versicherung wird der Ertragsanteil der BU-Rente versteuert. Die Höhe hängt von der Laufzeit der Rentenzahlung ab. Je kürzer der Versicherer zahlt, desto geringer fällt der zu versteuernde Anteil aus.

In der folgenden Tabelle sehen Sie beispielhaft, wie die BU-Rente in Höhe von 1.500 Euro pro Monat versteuert wird, wenn der Vertrag maximal bis zum 67. Lebensjahr läuft:

Berufsunfähig im Alter vonErtragsanteilZu versteuernder Anteil
4028 Prozent420 Euro
5018 Prozent270 Euro
608 Prozent120 Euro

Berufsunfähig im Alter von 40
Ertragsanteil: 28 Prozent
Zu versteuernder Anteil: 420 Euro

Berufsunfähig im Alter von 50
Ertragsanteil: 18 Prozent
Zu versteuernder Anteil: 270 Euro

Berufsunfähig im Alter von 60
Ertragsanteil: 8 Prozent
Zu versteuernder Anteil: 120 Euro

Bei einer Berufsunfähigkeits­zusatzversicherung hängt der sogenannte Besteuerungsanteil von dem Jahr ab, in dem Sie erstmals die BU-Rente ausgezahlt bekommen. 2017 unterliegen 74 Prozent der Leistung Ihrem persönlichen Steuersatz. 2018 sind es 76 Prozent, ab 2040 wird die BU-Rente komplett versteuert.

Wir hoffen Sie konnten bei uns alle relevanten Informationen finden. Für Verbesserungs­vorschläge und Anregungen kontaktieren Sie uns bitte gerne!

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