Dread-Disease-Versicherung: Ihr Existenzschutz bei schweren Erkrankungen

  • Individuelle Tipps von Experten
  • Fachwissen zur Dread-Disease-Versicherung
  • Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Können Sie keine Berufsunfähigkeits­versicherung abschließen, steht Ihnen mit der Dread-Disease-Versicherung eine Alternative bereit. Diese greift, falls Sie schwer erkranken. Dass dieser Schutz sinnvoll ist, zeigen folgende Zahlen: Die Anzahl der Krebsneu­­erkrankungen in Deutschland hat sich beispielsweise seit 1970 fast verdoppelt. Zuletzt haben über 482.000 Menschen eine Krebsdiagnose erhalten. Daneben erkranken jährlich Tausende Menschen an Multiple Sklerose, erleiden einen Herzinfarkt oder haben einen Schlaganfall.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einmalige Zahlung

    Eine Dread-Disease-Versicherung zahlt Ihnen einen einmaligen Betrag, wenn Sie an einer schweren Krankheit leiden.

  • Sie wird auch Schwere-Krankheiten Versicherung genannt

    Die Dread-Disease-Versicherung wird daher auch als Schwere-Krankheiten Versicherung bezeichnet.

  • Noch recht unbekannt

    Bisher ist diese Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) noch vergleichsweise unbekannt.

  • Es gibt nur wenige Angebote

    Nur wenige Versicherer bieten eine Dread-Disease-Versicherung an.

  • Vor- und Nachteile

    Im Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung hat die Absicherung einige Vorteile, aber auch Nachteile.

  • Die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit

    Eine Dread-Disease-Versicherung zahlt Ihnen einen einmaligen Betrag, wenn Sie an einer schweren Krankheit leiden.

  • Risiko einer Berufsunfähigkeit ändert sich mit dem Alter

    Die Versicherung wird daher auch als Schwere-Krankheiten Versicherung bezeichnet.

  • Der Beruf entscheidet über das individuelle Berufsunfähigkeitsrisiko

    Bisher ist diese Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) noch vergleichsweise unbekannt.

  • Jeder vierte Arbeitnehmer muss sein Job bereits vor der Rente aufgeben

    Nur wenige Versicherer bieten eine Dread-Disease-Versicherung an.

  • Jeder vierte Arbeitnehmer muss sein Job bereits vor der Rente aufgeben

    Im Vergleich zur Berufsunfähigkeits­versicherung hat die Absicherung einige Vorteile, aber auch Nachteile.

Was ist eine Dread-Disease-Versicherung?

Eine Dread-Disease-Versicherung wird häufig auch Schwere-Krankheiten Versicherung genannt. Mit dieser Bezeichnung ist der Kern des Versicherungsschutzes genau beschrieben: Trifft Sie ein Schicksalsschlag und bei Ihnen wird eine schwere Erkrankung wie Krebs diagnostiziert, erhalten Sie vom Versicherer eine festgelegte Versicherungssumme. Je nach Anbieter zahlt die Versicherung jedoch nur, wenn Sie ein bestimmtes Stadium der Krankheit erreicht haben. Frühe Krebsstadien, in denen das Geschwür noch gut behandelbar ist, sind beispielsweise häufig nicht abgedeckt.

Zudem müssen Sie oft eine bestimmte Karenzzeit nach Erhalt der Diagnose abwarten, ehe Sie einen Leistungsanspruch haben. Je nach Krankheit und Anbieter liegt der Zeitraum ab zwei Wochen aufwärts.

Es gibt nicht einmal zehn Versicherer, die eine Dread-Disease-Versicherung anbieten. Die Tarife decken zwischen rund 50 bis knapp 70 Krankheiten ab. Neben den häufig auftretenden Krankheiten Krebs, Herzinfarkt, Multi Sklerose und Schlaganfall gehören dazu:

AlterskrankheitenParkinson, Demenz
GehirnerkrankungenHirntumor, Creutzfeld-Jakob-Krankheit
Krankheiten des zentralen NervensystemsHirnvenenthrombose, Corticobasale Degeneration
Sonstige KrankheitenChronisches Nierenversagen, Erkrankung des Herzmuskels, Arthritis, schwere Unfallfolgen, Verlust von Grundfähigkeiten wie Sehen und Hören

Alterskrankheiten
Parkinson, Demenz

Gehirnerkrankungen
Hirntumor, Creutzfeld-Jakob-Krankheit

Krankheiten des zentralen Nervensystems
Hirnvenenthrombose, Corticobasale Degeneration

Sonstige Krankheiten
Chronisches Nierenversagen, Erkrankung des Herzmuskels, Arthritis, schwere Unfallfolgen, Verlust von Grundfähigkeiten wie Sehen und Hören

Ist eine Dread-Disease-Versicherung sinnvoll?

Können Sie aufgrund von Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen oder ist diese beispielsweise wegen Ihres Berufes zu teuer, ist der Abschluss einer Dread-Disease-Versicherung eine sinnvolle Alternative. Denn eine schwere Krankheit stellt nicht nur einen herben Schicksalsschlag dar. Sie können dadurch auch in finanzielle Probleme geraten, etwa wenn Sie in der Folge Ihren Job verlieren oder ein größerer Umbau Ihrer vier Wände notwendig wird, damit Sie trotz Krankheit in Ihrem gewohnten Umfeld leben können. Mit der Auszahlung der Dread-Disease-Versicherung lassen sich solche Engpässe überbrücken.

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Die Versicherung deckt jedoch in der Regel keine psychischen Krankheiten sowie Schädigungen des Skelettsystems ab. Damit sind zwei Hauptursachen für Berufsunfähigkeit nicht versichert. Im Gegenzug ist es bei der Dread-Disease-Versicherung unerheblich, ob Sie durch Ihre gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr in der Lage sind, Ihren Beruf auszuüben. Die Zahlung der Leistung hängt ausschließlich vom Erhalt der entsprechenden Diagnose ab.

Kosten der Versicherung

Laut der Stiftung Warentest variieren die jährlichen Kosten je nach Modellkunde, Vertragslaufzeit und Anbieter zwischen rund 1.000 Euro und knapp 2.300 Euro.

Die Höhe der Kosten richtet sich nach

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Die Kosten für die Dread-Disease-Versicherung richten sich unter anderem nach

➤ Alter bei Vertragsabschluss

➤ Gesundheitszustand

➤ Gewünschter Leistungshöhe

➤ Laufzeit

Damit der Versicherer Ihre gesundheitliche Verfassung richtig einschätzen kann, ist bei der Dread-Disease-Versicherung eine Gesundheitsprüfung notwendig. Ohne diese erhalten Sie in der Regel keinen Vertrag. Mitunter können sich die Gesundheitsfragen allerdings je nach Anbieter unterscheiden, sodass es sich auszahlt, die verschiedenen Tarife genau miteinander zu vergleichen.

Dread-Disease-Versicherung im Vergleich

Da die Versicherung einerseits vergleichsweise neu auf dem Markt ist und sie andererseits nur wenige Versicherer anbieten, kommen Tests zur Dread-Disease-Versicherung eher selten vor. 2016 hat beispielsweise die Stiftung Warentest einen Blick auf die Gesellschaften ...

Bayerische („Premium Protect“),

Nürnberger („Ernstfallschutz Comfort“ und „Ernstfallschutz Premium“),

Zurich Life („Eagle Star Krankheitsschutzbrief“ und „Eagle Star erweiterter Krankheitsschutzbrief“),

Canada Life („Schwere Krankheiten Vorsorge“) und

Gothaer („Perikon“)

... geworfen. Allerdings wurden die Angebote nicht wie üblich mit Schulnoten bewertet, sondern lediglich deren Kosten und Leistungen gegenübergestellt.

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Die Tarife bieten unterschiedliche Zusatzleistungen, zum Beispiel die Übernahme der Versicherungskosten bei Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit. Sie können zudem weitere Leistungen bei einer schweren Operation vereinbaren. Mit Nürnberger gibt es derzeit einen Anbieter, bei dem der Vertrag nicht endet, sobald die Versicherungssumme ausgezahlt wurde. Sollten Sie erneut schwer erkranken, haben Sie nochmals Anspruch auf die Leistungen.

Preislich gesehen schneiden die Angebote von Zurich, Canada Life und Gothaer im Vergleich am besten ab. Für den Modellkunden Industriemechaniker kosten sie zwischen 1.006 Euro und 1.228 Euro im Jahr. Für die anderen Tarife wird dagegen ein Beitrag von 1.532 Euro bis 1.843 Euro fällig.

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Tipp:

Wie gut oder schlecht eine bestimmte Dread-Disease-Versicherung ist, hängt auch von Ihren Wünschen ab. Fordern Sie daher ein individuelles Angebot für Ihren optimalen Versicherungsschutz an.

Vorteile und Nachteile der Dread-Disease-Versicherung

Wie jede Versicherung hat auch eine Dread-Disease-Versicherung Vor-, aber auch Nachteile, insbesondere im Vergleich zur Berufsunfähigkeits­versicherung. Die BU zahlt Ihnen beispielsweise eine monatliche Rente, mit der Sie Ihre Versorgungslücke schließen können. Bei der Dread-Disease-Versicherung wird Ihnen einmalig eine vereinbarte Summe ausgezahlt.

Vorteile
Leistungsanspruch besteht unabhängig von der Frage, ob Sie berufsunfähig sind.
Leistungsanspruch besteht unabhängig von der Frage, ob Sie berufsunfähig sind.
Leistungsanspruch besteht unabhängig von der Frage, ob Sie berufsunfähig sind.

Nachteile
Es sind weder psychische Krankheiten noch Erkrankungen des Skelettsystems versichert.
Sie erhalten nur eine Einmalzahlung, die zur Deckung finanzieller Engpässe ausreichen muss.
Für die Auszahlung muss die Krankheit ein gewisses Stadium erreicht haben.
Sie haben kaum Wahlfreiheit, da es nur wenige Versicherer gibt.

Wichtige Klauseln der Versicherung

Achten Sie beim Abschluss der Versicherung vor allem darauf, wie die verschiedenen Krankheiten definiert sind. Sind Erläuterungen unklar, bestehen Sie auf eine Definition, die auch Laien verstehen. Beachten Sie zudem, dass für bestimmte Krankheiten gegebenenfalls eine Wartezeit gilt. Fällt die Diagnose in diesen Zeitraum, muss der Versicherer nicht zahlen. Kümmern Sie sich daher so früh wie möglich um Ihren Versicherungsschutz.

Wir hoffen Sie konnten bei uns alle relevanten Informationen finden. Für Verbesserungs­vorschläge und Anregungen kontaktieren Sie uns bitte gerne!

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