Erwerbs­unfähigkeits­versicherung: Die Alternative zur Berufsunfähigkeits­versicherung

  • Wertvolle Tipps von Experten
  • Fachwissen zur Erwerbsunfähigkeits­versicherung
  • Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Für manche Berufstätige ist eine Berufsunfähigkeits­versicherung einfach zu teuer. Sie verzichten daher auf den wichtigen Schutz vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit. Das muss jedoch nicht sein. Denn eine Erwerbsunfähigkeits­versicherung stellt eine sinnvolle Alternative dar. Zwar sind die Bedingungen enger gefasst, unter denen Sie eine monatliche Rente erhalten. Dafür ist die Versicherung wesentlich günstiger.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU als günstige Alternative

    Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) stellt eine günstige Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) dar.

  • An wen richtet sich die EU?

    Sie richtet sich unter anderem an Personen, die körperlich tätig sind oder Vorerkrankungen haben.

  • Wann zahlt die EU?

    Die Erwerbsunfähigkeits­versicherung zahlt erst, wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, in einem beliebigen Beruf mehr als drei Stunden am Tag zu arbeiten.

  • Garantie einer monatlichen Rente

    Im Leistungsfall erhalten Sie eine monatliche Rente in einer von Ihnen festgelegten Höhe.

  • So früh wie möglich abschließen

    Je später Sie die Versicherung abschließen, desto teurer wird es für Sie.

  • Die EU als günstige Alternative

    Eine Erwerbsunfähigkeits­versicherung (EU) stellt eine günstige Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) dar.

  • An wen richtet sich die EU?

    Sie richtet sich unter anderem an Personen, die körperlich tätig sind oder Vorerkrankungen haben.

  • Wann zahlt die EU?

    Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt erst, wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, in einem beliebigen Beruf mehr als drei Stunden am Tag zu arbeiten.

  • Garantie einer monatlichen Rente

    Im Leistungsfall erhalten Sie eine monatliche Rente in einer von Ihnen festgelegten Höhe.

  • So früh wie möglich abschließen

    Je später Sie die Versicherung abschließen, desto teurer wird es für Sie.

Was ist eine Erwerbsunfähigkeits­versicherung?

Eine Erwerbsunfähigkeits­versicherung schützt Sie vor finanziellen Einbußen, wenn Sie eines Tages aus gesundheitlichen Gründen (sowohl körperliche als auch psychische) oder infolge eines Unfalls erwerbsunfähig werden. Als erwerbsunfähig gelten Sie, wenn Sie weniger als drei Stunden am Tag irgendeine berufliche Tätigkeit ausüben können. Ist es Ihnen beispielsweise wegen Knieproblemen nicht mehr möglich als Maurer zu arbeiten, sind jedoch noch fit genug für einen Bürojob, zahlt Ihnen die Versicherung nichts. Gleiches gilt im Übrigen für die volle gesetzliche Erwerbsminderungs­rente.

Die Erwerbsunfähigkeits­versicherung wird häufig mit der staatlichen Erwerbsminderungs­rente verwechselt. Das ist nicht verwunderlich. Denn beide zahlen Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie erwerbsunfähig sind. Allerdings weichen die Leistungen der privaten und der gesetzlichen Absicherung deutlich voneinander ab.

Während Sie die Rentenhöhe bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung selbst festlegen, richtet sich diese bei der Erwerbsminderungsrente nach dem bisher erzielten Einkommen und den Versicherungsjahren in der gesetzlichen Rentenversicherung. Je nach Bundesland erhielten Erwerbsunfähige 2016 durchschnittlich gerade einmal 793 Euro brutto pro Monat.

Für wen ist eine Erwerbsunfähigkeits­versicherung sinnvoll?

Die Erwerbsunfähigkeits­versicherung richtet sich an Personen mit Vorerkrankungen und an Berufstätige in körperlich anspruchsvollen Berufen wie Handwerker. Sie bekommen entweder gar keine Berufsunfähigkeits­versicherung oder der Schutz ist zu teuer. Damit sie nicht auf ein Mindestmaß an finanzieller Sicherheit verzichten müssen, empfiehlt sich eine Erwerbsunfähigkeits­versicherung.

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Darüber hinaus ist die Versicherung für Selbstständige sinnvoll. Denn zahlen sie keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein, besteht auch kein Anspruch auf die Erwerbsminderungs­rente. Ohne eine Berufs- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeits­versicherung stehen sie bei Erwerbsunfähigkeit vor dem finanziellen Ruin.

Kosten und Leistungen der Erwerbsunfähigkeits­versicherung

Eine gute Erwerbsunfähigkeits­­versicherung zahlt Ihnen eine vereinbarte monatliche Rente, wenn Sie für voraussichtlich sechs Monate weder in Ihrem bisherigen noch in einem anderen Beruf mehr als drei Stunden am Tag arbeiten können.

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Die Kosten für die Erwerbsunfähigkeits­versicherung sind abhängig von unterschiedlichen Faktoren, etwa Beruf, Rentenhöhe, Laufzeit und Alter bei Vertragsabschluss. Ein 30-jähriger Diplom­kaufmann zahlt beispielsweise für eine Monatsrente von 2.000 Euro, die ihm im Leistungsfall bis zum 67. Lebensjahr zusteht, laut Stiftung Warentest zwischen 637 Euro und 1.581 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Für eine gleichwertige Berufsunfähigkeits­versicherung werden einer Untersuchung von Finanztest (07/2017) zufolge bis zu 1.934 Euro fällig.

Erwerbsunfähigkeits­­versicherung im Vergleich

Sowohl die Stiftung Warentest als auch Focus-Money testen die Erwerbsunfähigkeitsversicherung regelmäßig anhand von Musterkunden. Für den Vergleich der Verbraucherorganisation prüften die Tester 27 Angebote hinsichtlich der Versicherungsbedingungen und der Anträge. Dabei handelte es sich um Tarife, die zum Teil an eine Risikolebensversicherung gekoppelt sind. In der Regel ist es jedoch sinnvoll, die Erwerbsunfähigkeitsversicherung eigenständig zu vereinbaren.

Wie die folgende Box zeigt, kann nur ein Angebot im Vergleich der Stiftung Warentest komplett überzeugen. Weitere 16 Erwerbsunfähigkeits­versicherungen werden mit gut bewertet. Die Top 5 setzt sich zusammen aus:

Die Top 5

Europa: „EU-Vorsorge Premium E-E1“ - Sehr gut (Note 1,3)

Dialog: „SEU protect“ - Gut (Note 1,6)

ERGO Direkt: „SEU Q26“ - Gut (Note 1,6)

Hannoversche Leben: „EUZ 16“ - Gut (Note 1,6)

Zurich Deutscher Herold: „Erwerbsunfähigkeits­vorsorge“ - Gut (Note 1,7)

Das Magazin Focus-Money hat sich zusammen mit der Ratingagentur Franke und Bornberg eine Reihe von Erwerbsunfähigkeitsversicherungen für folgende fünf Modellkunden angeschaut:

Bankangestellte

Vertriebsleiter

Maschinenbauingenieur

Malermeister

Tischler

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Dabei flossen die Finanzstärke der Versicherer zu 20 Prozent und die Versicherungsbedingungen sowie die Beiträge zu jeweils 40 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Diese Tarife sichern sich bei den fünf Musterfällen vier Mal eine hervorragende Bewertung:

AXA „Selbstständige Erwerbsunfähigkeits­versicherung“

Continentale „PEU PremiumEU“

DBV „Selbstständige Erwerbsunfähigkeits­versicherung“

Europa „Erwerbsunfähigkeits­versicherung E-EU“

Vorteile und Nachteile der Erwerbsunfähigkeits­versicherung

Ganz allgemein und auch im Vergleich zur Berufsunfähigkeits­versicherung hat die Erwerbsunfähigkeits­versicherung einige Vorteile. Damit Sie jedoch eine fundierte Entscheidung treffen können, wie sinnvoll die Versicherung ist, sollten Sie ebenfalls die Nachteile der Absicherung berücksichtigen.

Vorteile
Ermöglicht Mindestmaß an Schutz bei Erwerbsunfähigkeit
Sie bestimmen die Rentenhöhe selbst
Günstigere Beiträge als für eine Berufsunfähigkeitsversicherung
Weniger strenge Aufnahmeregelungen als bei der BU

Nachteile
Zahlt erst bei einer Erwerbsfähigkeit von weniger als drei Stunden/Tag in beliebigem Beruf
Bei Vorerkrankungen sind Leistungsausschlüsse und Risikoaufschläge möglich
(Teilweise vereinfachte) Gesundheitsprüfung notwendig
Bei psychotherapeutischer Behandlung innerhalb der letzten fünf Jahre Versicherungsabschluss schwierig

Tipp:

Falls Sie sich fragen, ob Sie besser eine Erwerbsunfähigkeits­versicherung oder eine Berufsunfähigkeits­versicherung wählen sollten, entscheiden Sie sich für den umfangreicheren Schutz in Form einer Berufsunfähigkeits­versicherung. Denn sie zahlt schon, wenn sie zu 50 Prozent in Ihrem Beruf berufsunfähig werden. Wenn Sie unsicher sind, welche Absicherung besser zu Ihnen passt, dann lassen Sie sich individuell von einem Versicherungsexperten beraten.

Wichtige Klauseln beim Vertragsabschluss

Beim Abschluss der Erwerbsunfähigkeits­versicherung gibt es einige Punkte, auf die Sie achten sollten.

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Versicherungsschutz früh anstreben

Je eher Sie sich für die Versicherung entscheiden, desto geringer fallen die Beiträge aus.

Unterschied zwischen Brutto- und Nettobeitrag

Die meisten Versicherer berechnen Ihnen zunächst einen Bruttobeitrag. Dieser reduziert sich jedoch beispielsweise durch Überschüsse, die der Anbieter erwirtschaftet. Achten Sie darauf, dass der Unterschied zwischen Brutto und Netto nicht zu groß ist. Denn ändert sich die wirtschaftliche Situation des Versicherers, kann der Beitrag bis zum Bruttowert steigen.

Gesundheitsfragen

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung gibt es in der Regel nicht. Manche Versicherer bieten jedoch die Möglichkeit von vereinfachten Gesundheitsfragen an. Gab es in Ihrer Vergangenheit Vorerkrankungen, die den Vertragsabschluss erschweren könnten, nutzen Sie besser die Option einer anonymisierten Risikovoranfrage über einen Versicherungsexperten.

Nachversicherungs­garantie

Haben Sie diese im Vertrag vereinbart, können Sie die Höhe der Leistungen später ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen.

Keine anzeigepflicht

Ihr Versicherer sollte nicht darauf bestehen, dass Sie ihm einen Jobwechsel melden müssen. Gleiches gilt, wenn Sie einem neuen Hobby nachgehen, das eventuell Ihr Erwerbsunfähigkeitsrisiko erhöht. Verzichtet der Anbieter nicht darauf, drohen Ihnen höhere Beiträge, sobald Sie eine Änderung Ihrer Lebenssituation melden.

Individuell beraten lassen

Eine gute Erwerbsunfähigkeits­versicherung sollte Ihnen die persönlich besten Bedingungen zu einem günstigen Preis bieten. Lassen Sie sich bei Ihrer Suche von einem Fachmann unterstützen. Denn dieser kennt den Markt und dessen Stolperfallen genau. Mit seiner Hilfe finden Sie schnell und unkomplizierte eine optimale Absicherung.

Wir hoffen Sie konnten bei uns alle relevanten Informationen finden. Für Verbesserungs­vorschläge und Anregungen kontaktieren Sie uns bitte gerne!

Wie können wir Ihnen abschließend weiterhelfen?