Arbeitsunfähigkeits­versicherung (AU): Alles Wichtige auf einem Blick

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  • Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Auch wenn die Begriffe arbeitsunfähig und berufsunfähig etwas Unterschiedliches bedeuten, ist mit einer Arbeitsunfähigkeits­­versicherung umgangssprachlich eine Berufsunfähigkeits­versicherung gemeint. Mit ihr sorgen Sie finanziell für den Fall vor, falls Sie eines Tages gesundheits­bedingt nicht mehr arbeiten und somit nicht mehr aus eigenen Kräften für Ihren Lebensunterhalt aufkommen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitsunfähigkeits­versicherung = Berufsunfähigkeits­versicherung

    Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird häufig auch Arbeitsunfähigkeitsversicherung genannt.

  • Keine Leistungen bei alleiniger Arbeitsunfähigkeit

    Es gibt keine Versicherung, die nur dann leistet, wenn Kunden arbeitsunfähig werden.

  • Berufsunfähigkeits­versicherungen mit Arbeitsunfähigkeits­klausel

    Einige Berufsunfähigkeitsversicherungen sehen jedoch eine Arbeitsunfähigkeitsklausel vor, sodass Versicherten auch bei Arbeitsunfähigkeit eine monatliche Rente ausgezahlt wird.

  • Berufsunfähigkeits­versicherungen = Arbeitsunfähigkeits­versicherung

    Eine Berufsunfähigkeits­versicherung wird häufig auch Arbeitsunfähigkeits­versicherung genannt.

  • Keine Leistungen bei alleiniger Arbeitsunfähigkeit

    Es gibt keine Versicherung, die nur dann leistet, wenn Kunden arbeitsunfähig werden.

  • Berufsunfähigkeits­versicherungen mit Arbeitsunfähigkeits­klausel

    Einige Berufsunfähigkeits­versicherungen sehen jedoch eine Arbeitsunfähigkeits­klausel vor, sodass Versicherten auch bei Arbeitsunfähigkeit eine monatliche Rente ausgezahlt wird.

Was ist der Unterschied zwischen arbeitsunfähig und berufsunfähig?

Haben Sie eine Grippe, werden Sie von Ihrem Arzt arbeitsunfähig geschrieben. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie auch berufsunfähig sind. Denn durch die Erkrankung sind Sie nur vorübergehend nicht in der Lage zu arbeiten. Der Mediziner rechnet jedoch damit, dass Sie bald genesen beziehungsweise sich Ihr Gesundheitszustand bei einer schwereren Erkrankung oder einem Unfall durch Reha-Maßnahmen wieder derart verbessert, dass Sie arbeitsfähig sind.

Bei Berufsunfähigkeit können Sie Ihren letzten Job dagegen auf Dauer nicht mehr ausüben, beispielsweise wenn Sie einen schweren Bandscheibenvorfall haben. Eine gute Berufs- beziehungsweise Arbeitsunfähigkeits­versicherung zahlt, wenn Sie für voraussichtlich mehr als sechs Monate aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Dabei müssen Sie nicht zu 100 Prozent berufsunfähig sein. Viele Versicherer akzeptieren bereits eine Berufsunfähigkeit von 50 Prozent. Das bedeutet, Sie können in Ihrem Beruf nur noch halb so viel wie vor der Erkrankung oder dem Unfall leisten.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Arbeitsunfähigkeits­versicherung?

Da eine Arbeitsunfähigkeits­­versicherung eine Berufsunfähigkeits­versicherung bezeichnet, sind ihre Vorteile und ihre Nachteile identisch. Die folgende Tabelle gibt einen groben Überblick der Pros und Contras der Absicherung. Tiefergehende Informationen finden Sie auf dieser Unterseite: Vor- und Nachteile der Berufsunfähigkeits­­versicherung

Vorteile
Schließt existenzbedrohende Versorgungslücke
Bietet deutlich bessere Leistungen als staatliche Erwerbsminderungsrente
Ihr aktueller Job ist für die Anerkennung der Leistungen entscheidend
Zahlt auch, wenn Berufsunfähigkeit psychische Ursachen hat
Leistet bereits bei 50-prozentiger Berufsunfähigkeit
Vorsorge ermöglicht Planungssicherheit

Nachteile
Vergleichsweise teure Versicherung
Erfordert eine Gesundheitsprüfung
Berufsunfähigkeit muss ärztlich nachgewiesen sein
Verbraucher sehen sich mit einem Tarifdschungel und komplexen Vertragsbedingungen konfrontiert

Ist eine Arbeitsunfähigkeits­versicherung sinnvoll?

Eine 32-jährige Angestellte mit 2500 Euro brutto im Monat

Eine 32-jährige Angestellte verdient derzeit rund 2.500 Euro brutto im Monat. Sollte sie einmal berufsunfähig werden, möchte sie über die private Vorsorge in etwa so viel Rente bekommen, wie sie derzeit netto erhält. Sie wünscht sich daher eine Absicherung von 1.500 Euro.

Der Staat bietet seinen Bürgerinnen und Bürgern über die Erwerbsminderungsrente nur sehr geringe finanzielle Hilfe, wenn sie krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können. Zudem ist die Unterstützung daran geknüpft, dass Betroffene in gar keinem Beruf mehr tätig sein können und nicht nur, wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, im zuletzt ausgeführten Job. Folgendes Beispiel zeigt, wie hoch die Versorgungslücke durch den Wegfall des monatlichen Einkommens bei Berufsunfähigkeit ausfallen kann:

Der Staat bietet seinen Bürgerinnen und Bürgern über die Erwerbsminderungs­rente nur sehr geringe finanzielle Hilfe, wenn sie krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können. Zudem ist die Unterstützung daran geknüpft, dass Betroffene in gar keinem Beruf mehr tätig sein können und nicht nur, wie bei der Berufsunfähigkeits­versicherung, im zuletzt ausgeführten Job. Folgendes Beispiel zeigt, wie hoch die Versorgungslücke durch den Wegfall des monatlichen Einkommens bei Berufsunfähigkeit ausfallen kann:

Beispiel:

Die staatliche Erwerbsminderungs­rente könnte der Musterkundin lediglich 384 Euro (halbe Rente) beziehungsweise 769 Euro (volle Rente) pro Monat bieten. Von ihrem Versorgungs­wunsch von 1.500 Euro wäre sie ohne eine Berufsunfähigkeits­versicherung jeden Monat zwischen 1.116 Euro und 731 Euro entfernt.

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Diese Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll, dass eine Arbeitsunfähigkeits­versicherung für jeden sinnvoll ist. Nur durch private Vorsorge können Sie sich vor der existenzgefährdenden Versorgungslücke schützen, mit der Sie bei Berufsunfähigkeit konfrontiert werden.

Was ist eine AU-Klausel?

Manchmal kann sich eine Krankheit, bei der eine völlige Genesung erwartet wird, mehrere Monate hinziehen. Manche Versicherer zahlen in solch einem Fall auch schon bei Arbeitsunfähigkeit, wenn diese für einen bestimmten Zeitraum vom Arzt prognostiziert wird. In der Regel greift die sogenannte Arbeitsunfähigkeits­­­klausel bei sechs Monaten Arbeitsunfähigkeit. Versicherte erhalten dann für einen festgelegten Zeitraum die vereinbarten Leistungen. Die AU-Klausel ist dann empfehlenswert, wenn Versicherte nicht anderweitig ausreichend geschützt sind, sollten sie arbeitsunfähig werden, beispielsweise über das gesetzliche Krankengeld oder eine private Krankentagegeld­­versicherung.

Individuelle Beratung nutzen

Eine Arbeits- beziehungsweise Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie nie auf eigene Faust abschließen. Es gibt viele Fallstricke, die möglicherweise später dazu führen, dass die Versicherung nicht oder nur begrenzt leistet. Ein Versicherungsexperte weiß jedoch, worauf es bei der Absicherung ankommt. Mit seiner Hilfe finden Sie einen passenden Tarif, der Sie für den Ernstfall umfassend absichert.

Wir hoffen Sie konnten bei uns alle relevanten Informationen finden. Für Verbesserungs­vorschläge und Anregungen kontaktieren Sie uns bitte gerne!

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