Nachversicherungsgarantie

Grundlagen

Die Berufsunfähigkeitsversicherung und einige weitere Versicherungssparten bieten die Möglichkeit einer Nachversicherungsgarantie. Hierbei wird der Versicherungsschutz veränderten Lebensumständen des Versicherten bzw. dem veränderten Wert der versicherten Sachen angepasst. Dadurch soll gewährleistet sein, dass der Versicherungsvertrag immer die aktuellen Risikobedingungen des Versicherten widerspiegelt. Nachversicherungen sollen also einem zu geringen Versicherungsschutz vorbeugen.

Bei Personenversicherungen wie der Berufsunfähigkeitsversicherung oder der Risikolebensversicherung kann die Versicherungsleistung bei Ereignissen wie Heirat, Geburt oder Berufseinstieg ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden. Durch eine solche Nachversicherung kann sich also keine Beitragserhöhung aufgrund einer Krankheit ergeben. Die Nachversicherungsgarantie ist bei Personenversicherungen gerade für jüngere Versicherungsnehmer wichtig, weil das Absicherungsbedürfnis in der Regel mit den Jahren steigt. Bei Sachversicherungen, darunter die Gebäudeversicherung im Rahmen der gleitenden Neuwertversicherung, kann die Versicherungssumme entsprechend der jährlichen Wertsteigerung angehoben werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Hat ein Antragsteller eine Vorerkrankung, ist der Versicherungsabschluss eventuell nicht möglich – wenn, dann womöglich nur mit Beitragszuschlägen oder Risikoausschlüssen.

Die Nachversicherungsgarantie ist bei der Berufsunfähigkeitsversicherung enorm wichtig, weil nur dadurch die veränderten Lebensumstände des Versicherten ohne Gesundheitsprüfung berücksichtigt werden. Besteht die Garantie, muss der Versicherte bei einer Erhöhung der Rente, die er bei Berufsunfähigkeit erhalten kann, keine gesundheitsbedingten Zuschläge zahlen.

Voraussetzungen 

Berufsunfähigkeitsversicherer stellen unterschiedliche Bedingungen, die für eine Nachversicherung erfüllt sein müssen. Meist erfolgen sie nach bestimmten Ereignissen wie:

  • Heirat
  • Geburt oder Adoption eines Kindes
  • Scheidung
  • Berufseinstieg nach der Berufsausbildung
  • Erwerb einer Immobilie
  • Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV
  • Wechsel in die berufliche Selbstständigkeit
  • Tod eines Versicherten bei verbundenen Lebensversicherungen

Der Versicherte muss hierbei die vertraglich vorgegebene Frist beachten, innerhalb der er das Ereignis dem Versicherer melden muss. Meist sind es drei oder sechs Monate nach dem Anlass.

Wenige Berufsunfähigkeitsversicherungen bieten eine Nachversicherung ohne Ereignis an – wenn, kann diese in der Regel nur einmal erfolgen.

Mögliche Ausschlüsse

Menschen mit erhöhtem Gesundheitsrisiko, Schüler, Studenten, Auszubildende und Hausfrauen haben bei manchen Anbietern keine Nachversicherungsoption. Dahingehend sollte der Versicherungsnehmer Verträge mithilfe eines fachkundigen Beraters prüfen. Bei fast jeder Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Nachversicherung ab einem bestimmten Alter (meist 40, 45 oder 50) nicht mehr möglich.

Risikolebensversicherung

Auch bei der Risikolebensversicherung wird vor Abschluss des Vertrags eine Gesundheitsprüfung durchgeführt, die einen Beitragszuschlag oder Antragsablehnung bewirken kann. Eine Nachversicherung kann bei einer veränderten Lebenssituation die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen. Im Todesfall des Versicherungsnehmers erhalten die Bezugsberechtigen dadurch eine entsprechend höhere Zahlung von der Versicherung.

Ein Tarif mit Nachversicherungsgarantie bietet sich insbesondere für jüngere Menschen an. Sie können eine niedrige Versicherungssumme wählen und dadurch Beiträge sparen. Später können sie die Versicherungssumme problemlos erhöhen. Älteren Menschen bleibt der Abschluss einer Risikolebensversicherung wegen des Alters oder aufgrund einer Vorerkrankung oft verwehrt.

Voraussetzungen 

Bei den Versicherungstarifen gibt es im Rahmen der Nachversicherungsgarantie unterschiedliche Voraussetzungen. Ein Anrecht auf Nachversicherung besteht unter anderem nach folgenden Ereignissen:

  • Abschluss der Berufsausbildung
  • Übertreffen der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Berufseinstieg nach Berufsausbildung
  • Berufliche Selbstständigkeit
  • Einkommenserhöhung oder Karrieresprung
  • Heirat
  • Geburt
  • Tod eines Versicherten bei zwei verbundenen Lebensversicherungen

Mögliche Ausschlüsse

Auch bei der Risikolebensversicherung haben Kunden mit erhöhtem Gesundheitsrisiko oft keine Möglichkeit der Nachversicherung. In diese Kategorie fallen Versicherte mit Vorerkrankungen oder einem riskanten Beruf, die daher bereits einen Risikozuschlag leisten müssen. Auch geben die meisten Tarife eine konkrete Altersgrenze vor, deren Überschreiten zum Verlust der Nachversicherungsgarantie führt. Das Maximalalter liegt meist bei 45, in selteneren Fällen bei 40 oder 50 vollendeten Lebensjahren.

Gebäudeversicherung

Bei der Gebäudeversicherung ist die gleitende Neuwertversicherung eine wichtige Vertragsgrundlage, die unter Berücksichtigung des aktuellen Baupreisindexes zu einer jährlichen Nachversicherung führt. Die Summe, die der Versicherer bei einem versicherten Schadensfall zu zahlen hat, wird somit regelmäßig dem steigenden Wiederbeschaffungswert der versicherten Gebäude angeglichen. Hiermit kann der Versicherungsnehmer verhindern, dass er im Schadensfall unterversichert ist, also eine unzureichende Leistung von der Versicherung erhält.