Stiftung Warentest prüft Berufsunfähigkeitsversicherung Alternativen

Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung können Menschen am besten den Verlust ihrer Arbeitskraft absichern. Jedoch erhält nicht jeder Antragsteller einen Vertrag oder die Versicherung ist sehr teuer. Dann rücken Alternativen zur Berufsunfähigkeit in den Vordergrund, denn ein wenig Schutz ist immer noch besser als keiner. Stiftung Warentest hat nun deren Pros und Contras miteinander verglichen.

Geringer Schutz besser als keiner: Alternativen zur BU

Wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung für die persönliche Absicherung ausscheidet, etwa weil es Vorerkrankungen gibt oder die Beiträge durch den ausgeübten Beruf viel zu hoch sind, sollten Interessierte dennoch versuchen, sich zu schützen. Denn können sie nicht mehr arbeiten, etwa aufgrund eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung, bricht das Einkommen weg. Das staatliche Sicherheitsnetz fängt Erwerbsunfähige jedoch kaum auf. Zwar erhalten sie unter sehr engen Voraussetzungen eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Doch diese reicht bei weitem nicht an das letzte Einkommen heran. Ohne private Absicherung drohen durch den Verlust der Arbeitskraft schwerwiegende finanzielle Folgen.

Europa bietet die beste Erwerbsunfähigkeitsversicherung 2016

Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es einige. Stiftung Warentest hat nun für die Finanztest-Ausgabe 07/2016 fünf von ihnen überprüft und dabei die Vor- und Nachteile gegenüberstellt. Für die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung hat die Verbraucherorganisation auch einen aktuellen Test durchgeführt, an dessen Spitze sich die Europa mit dem Tarif „EU-Vorsorge Premium E-E1“ setzen kann. Er erhält als einziger der 27 überprüften Angebote eine sehr gute Bewertung.

Ein Vorteil einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist, dass die Ursache der Erwerbsunfähigkeit nicht relevant ist. Unabhängig davon, ob Versicherte schwer erkranken, verunfallen oder unter psychischen oder altersbedingten Krankheiten leiden, zahlt der Versicherer eine Rente. Der Nachteil ist allerdings, dass Versicherte dazu in keinem Beruf mehr arbeiten können beziehungsweise nicht mehr als drei Stunden täglich. Wer beispielsweise auf dem Bau nicht mehr arbeiten kann, aber noch für einen Bürojob geeignet wäre, erhält keine Leistungen.

Finanzieller Schutz bei schwerer Erkrankung

Was bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung ein Vorteil ist, wird den weiteren Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung negativ ausgelegt. Denn die Schwere-Krankheiten-, die Grundfähigkeits-, die Funktionsinvaliditäts- und die Unfallversicherung leisten ihrem Namen zufolge nur in bestimmten Fällen. So sichert die Schwere-Krankheiten-Versicherung für den Fall ab, dass Personen schwer erkranken, etwa an Krebs. Allerdings muss im Vertrag die diagnostizierte Krankheit festgehalten sein. Die Grundfähigkeitsversicherung leistet wiederum, wenn Versicherte beispielsweise nicht mehr sehen, Autofahren oder hören können. Auch hier ist die Hürde, dass der Versicherer zahlt, hoch, da nur die im Vertrag definierte Fähigkeit entscheidend ist.

Viele BU-Alternativen sichern nur bestimmtes Risiko ab

Mit der Funktionsinvaliditätsversicherung gibt es die Möglichkeit, verschiedene Risiken zu versichern. So kann man sich finanziell gegen den Verlust von Grundfähigkeiten, aber auch bei bleibenden Unfallschäden absichern. Der Schutz ist daher auch unter dem Namen Multi-Risk-Versicherung bekannt. Nicht zuletzt können sich Interessierte auch für eine private Unfallversicherung entscheiden. Diese zahlt jedoch weder bei Erkrankungen noch psychischen Krankheiten, sondern nur, wenn nach einem Unfall bleibende Schäden zurückbleiben.