Welche Gründe führen zu Berufsunfähigkeit?

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  • Fachwissen zur Berufsunfähigkeits­versicherung
  • Die wichtigsten Fragen auf einen Blick
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Insbesondere für junge Menschen ist Berufsunfähigkeit ein abstraktes Thema. Die meisten von ihnen fühlen sich fit und gesund. Eines Tages aus körperlichen oder psychischen Gründen nicht mehr arbeiten zu können, ist für sie unvorstellbar. Doch wer schon einige Jahre berufstätig ist, merkt vielleicht bereits das eine oder andere Zwicken im Körper. Fakt ist: Eine Berufsunfähigkeit hat unterschiedliche Gründe. Sie kann daher jeden treffen, auch Sie.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit

    Die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit sind Nervenkrankheiten gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates und Krebserkrankungen.

  • Risiko einer Berufsunfähigkeit ändert sich mit dem Alter

    Während in jungen Jahren Berufsunfähigkeit vor allem durch psychische Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen droht, steigt im Alter das Risiko, wegen Krebs aus dem Beruf scheiden zu müssen.

  • Der Beruf entscheidet über das individuelle Berufsunfähigkeitsrisiko

    Neben Alter und Geschlecht entscheidet auch der Beruf über das individuelle Berufsunfähigkeitsrisiko.

  • Jeder vierte Arbeitnehmer muss sein Job bereits vor der Rente aufgeben

    Statistisch gesehen muss jeder vierte Arbeitnehmer vor Erreichen des Rentenalters seinen Job frühzeitig aufgeben. Die Folge ist ein abrupter Einkommensverlust, dem Sie nur mit privater Vorsorge entgegenwirken können.

  • Die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit

    Die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit sind Nervenkrankheiten gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates und Krebserkrankungen.

  • Risiko einer Berufsunfähigkeit ändert sich mit dem Alter

    Während in jungen Jahren Berufsunfähigkeit vor allem durch psychische Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen droht, steigt im Alter das Risiko, wegen Krebs aus dem Beruf scheiden zu müssen.

  • Der Beruf entscheidet über das individuelle Berufsunfähigkeitsrisiko

    Neben Alter und Geschlecht entscheidet auch der Beruf über das individuelle Berufsunfähigkeitsrisiko.

  • Jeder vierte Arbeitnehmer muss sein Job bereits vor der Rente aufgeben

    Statistisch gesehen muss jeder vierte Arbeitnehmer vor Erreichen des Rentenalters seinen Job frühzeitig aufgeben. Die Folge ist ein abrupter Einkommensverlust, dem Sie nur mit privater Vorsorge entgegenwirken können.

Die häufigsten Ursachen von Berufsunfähigkeit

Seit Wochen fehlt morgens der Elan, aus dem Bett zu kommen, der Rücken und die Knie schmerzen oder ein schwerer Unfall führt dazu, dass Sie nicht mehr richtig laufen können – Es gibt viele Ursachen, warum Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Der Prozess kann schleichend vonstattengehen oder Sie von heute auf morgen vor vollendete Tatsachen stellen. Haben Sie nicht frühzeitig vorgesorgt, drohen Ihnen dann erhebliche finanzielle Probleme.

Auswertungen des Analysehauses Morgen & Morgen zeigen, dass die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit Nervenkrankheiten beziehungsweise psychische Erkrankungen sind. Fast jeder dritte Fall geht darauf zurück. Jeder fünfte berufsunfähige Beschäftigte scheidet dagegen wegen einer Erkrankung des Skelett- und Bewegungsapparates aus dem Berufsleben, etwa jeder sechste wird wegen Krebs berufsunfähig.

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Achtung

Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungs­wirtschaft trifft Berufsunfähigkeit Beschäftigte im Schnitt mit 47 Jahren. Bei Frauen liegt das Durchschnitts­alter bei 46 Jahren, bei Männern bei 48 Jahren.it.

Psychische Erkrankungen sind Ursache Nr. 1

Während körperliche Beschwerden noch vor einigen Jahren am häufigsten dazu führten, dass Menschen berufsunfähig wurden, stehen nun immer öfter psychische Krankheiten hinter einer Berufsunfähigkeit. 2015 lag die Quote bei 28,64 Prozent aller BU-Fälle, 2017 waren es bereits 31,32 Prozent. Morgen & Morgen zufolge nimmt die Wahrscheinlichkeit, wegen einer Nervenkrankheit berufsunfähig zu werden, mit steigendem Alter ab. So gehen mehr als 35 Prozent aller BU-Fälle der bis 40-Jährigen auf eine psychische Krankheit zurück. Ab 51 Jahren liegt die Quote dagegen bei rund 27 Prozent.

Während körperliche Beschwerden noch vor einigen Jahren am häufigsten dazu führten, dass Menschen berufsunfähig wurden, stehen nun immer öfter psychische Krankheiten hinter einer Berufsunfähigkeit. 2015 lag die Quote bei 28,64 Prozent aller BU-Fälle, 2017 waren es bereits 31,32 Prozent. Morgen & Morgen zufolge nimmt die Wahrscheinlichkeit, wegen einer Nervenkrankheit berufsunfähig zu werden, mit steigendem Alter ab. So gehen mehr als 35 Prozent aller BU-Fälle der bis 40-Jährigen auf eine psychische Krankheit zurück. Ab 51 Jahren liegt die Quote dagegen bei rund 27 Prozent.

Jeder Vierte von psychischen Erkrankung betroffen

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Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie ist mehr als jeder Vierte in Deutschland von einer psychischen Erkrankung betroffen. Zu den häufigsten Krankheiten zählen:

Angststörungen (15,4 Prozent)

Affektive Störungen (9,8 Prozent, darunter fallen auch Depressionen mit 8,2 Prozent)

Störungen durch Alkohol- und Medikamentenkonsum (5,7 Prozent)

Depressionen: Ursachen und Symptome

Symptome einer Depression

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Ebenso zahlreich wie die Gründe sind die Symptome einer Depression. Betroffene beklagen beispielsweise über:

Leistungsabfall

Appetitverlust

Schlafstörungen

Interessenverlust

Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge gehören depressive Störungen „zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen“. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet damit, dass Depressionen oder affektive Störungen bis 2020 weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit darstellen werden. Die Ursachen einer Depression sind schwer zu bestimmen. Meist gibt es nicht nur einen Auslöser, sondern mehrere Faktoren. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe nennt einige psychosoziale und neurobiologische Aspekte, die hinter einer Depression stehen können.

Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge gehören depressive Störungen „zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen“. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet damit, dass Depressionen oder affektive Störungen bis 2020 weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit darstellen werden. Die Ursachen einer Depression sind schwer zu bestimmen. Meist gibt es nicht nur einen Auslöser, sondern mehrere Faktoren. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe nennt einige psychosoziale und neurobiologische Aspekte, die hinter einer Depression stehen können.

Tipp:

Sollten Sie wegen einer psychischen Krankheit nicht mehr arbeiten können, ist Verlass auf eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie gehört zu den wenigen Versicherungen, bei der Nervenkrankheiten abgedeckt sind.

Neurobiologischer Bereich
Aktuelle Verlusterlebnisse Ungleichgewicht in den Botenstoffen im Gehirn
Genetische Faktoren wie Vererbung

Psychosozialer Bereich
Aktuelle Verlusterlebnisse
Überlastungssituation
Änderung der Lebenssituation

Burnout: Ursachen und Symptome

Anders als eine Depression ist Burnout keine medizinische Diagnose. Vielmehr werden damit eine lang anhaltende chronische Überbelastung sowie unbewältigter Stress beschrieben. Aufgrund einer sich stark wandelnden Arbeitswelt, die auf Flexibilität und Leistungsfähigkeit baut, haben insbesondere junge Menschen ein erhöhtes Burnout-Risiko. Denn sie stehen am Anfang ihres Berufslebens unter großem Druck, gute Arbeit leisten zu wollen.

Doch nicht nur das Streben nach Perfektion und eine Überidentifikation mit der beruflichen Tätigkeit können die Entstehung von Burnout begünstigen. Auch Selbstüberschätzung kann dazu führen. Hinzu kommen externe Faktoren wie schlechte Arbeitsbedingungen, ein unpersönliches Betriebsklima und eine fehlende Trennung von Berufs- und Privatleben. Wie eine Depression kann sich Burnout in einer anhaltenden Müdigkeit und Erschöpfung, einem Leistungsabfall und in einem Zustand innerer Leere äußern.

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Warum führen psychische Probleme immer häufiger zu Berufsunfähigkeit?

Zwar gehen immer mehr BU-Fälle auf psychische Erkrankungen zurück. Das bedeutet jedoch nicht, dass Nervenkrankheiten heute häufiger vorkommen als früher. Die Themen Depression und psychische Belastung am Arbeitsplatz haben mittlerweile einen etablierten Platz in der Gesellschaft gefunden. Nicht nur die Berufstätigen hören aus diesem Grund besser auf ihren Körper. Auch die Ärzte berücksichtigen psychische Ursachen einer Krankheit heutzutage stärker, sodass dies zu einer Zunahme der Diagnosen führen kann.

Körperliche Ursachen für Berufsunfähigkeit

Auch wenn psychische Krankheiten am häufigsten für eine Berufsunfähigkeit verantwortlich sind, gibt es viele weitere, vor allem körperliche Probleme, die Sie dazu zwingen können, Ihren Beruf aufzugeben. Dazu zählen:

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Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates

Verteilung der Ursachen nach Altersstufe:

Bis 40 Jahre für rund 20 Prozent der BU-Fälle verantwortlich, ab 51 Jahren für rund 22 Prozent.

Beispiele:

  • Bandscheibenvorfall
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Meniskusschaden

Herz- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Verteilung der Ursachen nach Altersstufe:

Bis 40 Jahre verursacht eine Erkrankung des Herzens oder des Gefäßsystems vier Prozent der BU-Fälle. Ab 51 Jahren deutlicher Anstieg auf 13 Prozent.

Beispiele:

  • Herzinsuffizienz
  • Schlaganfall
  • Koronare Herzkrankheit

Krebserkrankungen

Verteilung der Ursachen nach Altersstufe:

Bis 40 Jahre sind Krebs und andere bösartige Geschwülste für 13 Prozent der Fälle von Berufsunfähigkeit verantwortlich. Ab 51 Jahren rund 18 Prozent.

Beispiele:

  • Brustkrebs
  • Darmkrebs
  • Hautkrebs
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Tipp:

Ihr individuelles BU-Risiko können Sie mithilfe des Deutschen Instituts für Altersvorsorge schätzen lassenDer Rechner zeigt sehr deutlich, welchen Einfluss beispielsweise das Rauchverhalten auf das persönliche Berufsunfähigkeits­risiko hat.

Berufsgruppen mit hohem Berufsunfähigkeits­risiko

Manche Berufe haben ein höheres Berufsunfähigkeitsrisiko als andere. Führen Sie zum Beispiel immer wieder die gleichen Bewegungen aus und das über einen langen Zeitraum, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Sehnenentzündung. Müssen Sie für Ihre Arbeit dagegen eine bestimmte Position einnehmen, etwa häufig auf Knien oder gehockt arbeiten, besteht das Risiko eines Meniskusschadens.

Auch die Berufsunfähigkeitsversicherungen wissen, dass Versicherte in gewissen Berufen ein größeres Risiko haben. Daher teilen sie ihre Kunden in verschiedene Risikoklassen ein. Je höher das eingeschätzte Risiko ist, desto teurer wird die Absicherung. Da sich die Klassen von Versicherer zu Versicherer unterscheiden können, sollten Sie sich bei der Suche von einem Fachmann unterstützen lassen. So finden Sie eine Versicherung mit dem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Berufen, die ein erhöhtes Risiko aufweisen

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Zu den Berufen, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, zählen beispielsweise:

Erzieher

Friseur

Bautechniker

Lehrer

Tierarzt

Berufen, die ein besonders hohes Risiko aufweisen

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Ein besonders hohes Berufsunfähigkeitsrisiko weisen dagegen unter anderem diese Berufe auf:

Altenpfleger

Maler

Lackierer

Bäcker

Elektriker

Wir hoffen Sie konnten bei uns alle relevanten Informationen finden. Für Verbesserungs­vorschläge und Anregungen kontaktieren Sie uns bitte gerne!

Wie können wir Ihnen abschließend weiterhelfen?