Dienstunfähigkeits­versicherung:
Wichtiger Schutz für Beamte

  • Wertvolle Tipps von Experten
  • Fachwissen zur Dienstunfähigkeits­versicherung
  • Die wichtigsten Fragen auf einen Blick
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Auf eine Dienstunfähigkeits­versicherung sollten Sie gerade zu Beginn Ihrer Beamtenlaufbahn nicht verzichten. Denn werden Sie als Beamter auf Probe, auf Widerruf oder in den ersten fünf Jahren als Beamter auf Lebenszeit dienstunfähig, stehen Ihnen keine Leistungen Ihres Dienstherrn zu. Auch im späteren Verlauf der Karriere erweist sich die Dienstunfähigkeits­­versicherung für Beamte wie Lehrer, Polizisten und Feuerwehrleute sowie für Soldaten als unverzichtbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grundfähigkeitsversicherung zahlt monatliche Rente

    Können Sie als Beamter Ihren Dienst dauerhaft nicht mehr ausführen, werden Sie wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt.

  • Zahlung bei Verlust einer Grundfähigkeit

    Unter bestimmten Bedingungen erhalten Sie von Ihrem Dienstherrn ein Ruhegehalt, das jedoch die entstehende Versorgungslücke nicht schließen kann.

  • Keine Leistung bei psychischen Erkrankungen

    Beamte auf Probe und Beamte auf Widerruf können bei Dienstunfähigkeit gar keine Ansprüche an ihren Dienstherrn erheben.

  • Versicherung zahlt auch, wenn Sie noch arbeiten können

    Eine Dienstunfähigkeitsversicherung sichert Sie vor den teils erheblichen finanziellen Folgen ab, wenn Sie dienstunfähig werden.

  • Unterschiedliche Definitionen von Verlust einer Grundfähigkeit

    Ein guter Tarif sollte dabei eine echte Dienstunfähigkeitsklausel enthalten.

  • Grundfähigkeitsversicherung zahlt monatliche Rente

    Können Sie als Beamter Ihren Dienst dauerhaft nicht mehr ausführen, werden Sie wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt.

  • Zahlung bei Verlust einer Grundfähigkeit

    Unter bestimmten Bedingungen erhalten Sie von Ihrem Dienstherrn ein Ruhegehalt, das jedoch die entstehende Versorgungslücke nicht schließen kann.

  • Keine Leistung bei psychischen Erkrankungen

    Beamte auf Probe und Beamte auf Widerruf können bei Dienstunfähigkeit gar keine Ansprüche an ihren Dienstherrn erheben.

  • Versicherung zahlt auch, wenn Sie noch arbeiten können

    Eine Dienstunfähigkeitsversicherung sichert Sie vor den teils erheblichen finanziellen Folgen ab, wenn Sie dienstunfähig werden.

  • Unterschiedliche Definitionen von Verlust einer Grundfähigkeit

    Ein guter Tarif sollte dabei eine echte Dienstunfähigkeitsklausel enthalten.

Was ist eine Dienstunfähigkeits­versicherung?

Angestellte und Beschäftigte sorgen mit einer Berufsunfähigkeits­versicherung für den Fall vor, falls sie eines Tages aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Zwar fallen sie dann in ein staatliches Sicherheitsnetz. Doch die Leistungen reichen bei Weitem nicht aus, um den Einkommens­­verlust auszugleichen.

Bei Beamten steht es um die gesetzliche Absicherung etwas besser. Die Höhe der Leistungen ist in der Regel jedoch an die Anzahl der Dienstjahre geknüpft. Je früher Sie aus der Beamtenlaufbahn gesundheits­bedingt ausscheiden, desto geringer ist das Ruhegehalt, das Sie von Ihrem Dienstherrn erhalten. Eine Dienstunfähigkeits­versicherung (DU) beziehungsweise eine Berufsunfähigkeits­­versicherung mit DU-Klausel federt die finanziellen Auswirkungen einer Dienstunfähigkeit ab.

Wie wird Dienstunfähigkeit definiert?

Als dienstunfähig gelten Sie in der Regel, wenn Sie infolge einer Erkrankung innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate Ihren Dienst nicht leisten konnten und zudem absehbar ist, dass Ihre Dienstfähigkeit innerhalb weiterer sechs Monate nicht wieder voll hergestellt werden kann.

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Tipp:

Jeder Job hat berufsspezifische Risiken, auf die eine Dienstunfähigkeits­versicherung zugeschnitten sein sollte. Daher gibt es auch kein Produkt von der Stange. Vielmehr muss die Versicherung zu 100 Prozent zu Ihren Bedürfnissen passen. Dies gelingt nur mit einem persönlichen Angebot zur Dienstunfähigkeits­versicherung.

Für wen ist eine Dienstunfähigkeits­­versicherung sinnvoll?

Eine Dienstunfähigkeits­­versicherung empfiehlt sich für jeden Beamten im öffentlichen Dienst, beispielsweise Lehrer, Polizisten und Feuerwehrleute. Einige Berufsgruppen wie Soldaten und Richter gelten zwar im eigentlichen Sinne nicht als Beamte. Da jedoch auch auf sie die Regelungen zur Dienstunfähigkeit zutreffen, richtet sich die Versicherung ebenfalls an sie. Für manche Gruppen ist die Dienstunfähigkeits­­versicherung wichtiger als für andere. Die folgende Tabelle zeigt, welche staatlichen Leistungen Beamten zustehen, die dienstunfähig werden.

Beamte auf Probe und Beamte auf Widerruf
Werden aus dem Dienst entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Es besteht kein Anspruch auf Leistungen des Dienstherrn.

Beamte auf Lebenszeit ab fünf Dienstjahren
Werden sie wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt, erhalten sie ein Ruhegehalt vom Dienstherrn in Höhe von mindestens 35 Prozent der letzten Dienstbezüge.

Beamte auf Lebenszeit mit weniger als fünf Dienstjahren
Werden sie dienstunfähig, erhalten sie kein Ruhegehalt, da sie die fünfjährige Wartezeit nach Dienstantritt nicht erfüllen.

Wie die Tabelle verdeutlicht, ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung vor allem für Personen sinnvoll, die im Ernstfall keinen (Beamte auf Probe und auf Widerruf) oder nur einen geringen Leistungsanspruch (Beamte auf Lebenszeit mit wenigen Dienstjahren) haben.

Erfüllen Sie die Voraussetzungen für ein Ruhegehalt, steht Ihnen eine Mindestversorgung zu. Je länger Sie im Dienst gewesen sind, desto höher fällt diese aus. Pro Jahr ruhegehaltsfähiger Dienstzeit bekommen Sie rund 1,8 Prozent Ihrer Dienstbezüge. Maximal erhalten Sie 71,75 Prozent. Manchen Berufsgruppen ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung besonders zu empfehlen, da sie ein vergleichsweise hohes Risiko haben, körperlich oder geistig nicht bis zum regulären Ruhestand durchzuhalten:

Dienstunfähigkeits­versicherung für Lehrer

    Hier berühren und mehr erfahren

Gerade Lehrer stehen unter großem Stress. Sind sie diesem pausenlos ausgesetzt, steigt die Gefahr, wegen einer psychischen Erkrankung wie Burnout nicht mehr arbeiten zu können. Daher ist die Absicherung für sie sehr wichtig. Verbeamtete Lehrer sorgen mit einer Dienstunfähigkeitsversicherung vor, angestellte Lehrer mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Dienstunfähigkeits­versicherung für Feuerwehrleute

    Hier berühren und mehr erfahren

Feuerwehrmänner und -frauen riskieren ihr Leben für andere Menschen. Teilweise leidet darunter ihre Gesundheit, sodass sie ihren Beruf frühzeitig aufgeben müssen. Auch wenn dann Anspruch auf ein Ruhegehalt wegen Dienstunfähigkeit besteht, müssen ehemalige Feuerwehrbeamte mit finanziellen Einbußen rechnen.

Dienstunfähigkeits­versicherung für Polizisten

    Hier berühren und mehr erfahren

Polizisten werden tagtäglich körperlich wie geistig schwer beansprucht. Wichtig ist, beim Abschluss der Dienstunfähigkeitsversicherung darauf zu achten, dass diese eine sogenannte Vollzugsdienstunfähigkeitsklausel beinhaltet.

Dienstunfähigkeits­versicherung für Soldaten

    Hier berühren und mehr erfahren

Insbesondere Zeitsoldaten sollten privat vorsorgen. Denn werden sie aufgrund körperlicher oder geistiger Probleme entlassen, haben sie bestenfalls Anspruch auf die geringe gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Berufssoldaten sind über ein Ruhegehalt besser abgesichert. Dennoch sollten auch sie sich darum kümmern, ihre Versorgungslücke zu schließen.

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Achtung:

Gerade in Berufen, in denen die Versicherer das Risiko einer Dienstunfähigkeit besonders hoch einschätzen, müssen Sie mit Abstrichen rechnen. Einerseits ist der Schutz im Vergleich zu einem risikoarmen Berufen teurer. Andererseits läuft der Vertrag meist nicht bis zum Beginn des regulären Ruhestands, sondern endet früher. Um eine optimale Dienstunfähigkeitsversicherung zu finden, die Sie langfristig schützt, sollten Sie sich unverbindlich von einem Versicherungsexperten beraten lassen.

Leistungen der Versicherung

Sie selbst legen fest, wie hoch die monatliche Rente sein soll, die Ihnen im Versicherungsfall ausgezahlt wird. Wenn Sie unsicher sind, wie groß Ihre persönliche Versorgungslücke und damit Ihr Absicherungsbedarf ist, holen Sie sich Rat von einem Fachmann.

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Je nach Anbieter übernimmt der Versicherer bei Dienstunfähigkeit auch Ihre Beiträge zur privaten Renten- und Lebensversicherung, sofern Sie einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen haben.

Kosten einer Dienstunfähigkeits­versicherung

Kosten einer Dienstunfähigkeits­versicherung

  • Beruf
  • Vereinbarte Rentenhöhe
  • Laufzeit
  • Alter bei Vertragsabschluss
  • Zusätzliche Leistungen

Kosten einer Dienstunfähigkeits­versicherung
Wie viel Sie für Ihre Dienstunfähigkeits­versicherung bezahlen, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab: Ist Ihr Beruf in den Augen der Versicherer risikoreich, erhöhen sich die Kosten für die Absicherung. Einer Untersuchung des Magazins Focus-Money aus dem Jahr 2017 zufolge zahlt eine Staatsanwältin für einen sehr guten Schutz rund 23 Euro im Monat. Ein Gymnasiallehrer muss dagegen bis zu 44 Euro zahlen.

Kosten einer Dienstunfähigkeits­versicherung
Wie viel Sie für Ihre Dienstunfähigkeits­versicherung bezahlen, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab: Ist Ihr Beruf in den Augen der Versicherer risikoreich, erhöhen sich die Kosten für die Absicherung. Einer Untersuchung des Magazins Focus-Money aus dem Jahr 2017 zufolge zahlt eine Staatsanwältin für einen sehr guten Schutz rund 23 Euro im Monat. Ein Gymnasiallehrer muss dagegen bis zu 44 Euro zahlen.

Dienstunfähigkeits­versicherung im Vergleich

Dienstunfähigkeits­versicherungen beziehungsweise Berufsunfähigkeits­versicherungen mit einer DU-Klausel werden relativ selten getestet. Da sich daher nur schwer verschiedene Testergebnisse miteinander vergleichen lassen, ist es für Sie umso wichtiger, sich nicht allein auf das Resultat einer einzigen Untersuchung zu verlassen. Dieses kann zwar eine grobe Orientierung bieten. Aufgrund der unterschiedlichen Risiken Ihres Berufs und Ihrer persönlichen Ansprüche an den Versicherungsschutz sollten Sie jedoch zusätzlich individuelle Angebote bei Ihrer Entscheidung hinzuziehen.

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2017 hat beispielsweise das Magazin Focus-Money (36/2017) anhand von zwei Modellberufen die beste Berufsunfähigkeits­versicherung für Beamte ermittelt. Keine der untersuchten Gesellschaften erzielt eine hervorragende Bewertung. Einige Versicherer überzeugen jedoch mit einem sehr guten Tarif-Ergebnis, darunter:

Condor: C80 (SBU), C 81 (Einsteiger-SBU)

R+V: Berufsunfähigkeitsversicherung Tarif BV

WWK: BioRisk BS08 Komfort NT

Europa: E-BU

Hannoversche: B1 bzw. B2

Was ist beim Abschluss zu beachten?

Damit Ihre DU im Ernstfall wirklich zahlt, muss die Versicherung eine sogenannte echte Dienstunfähigkeits­klausel beinhalten. Denn werden Sie dienstunfähig, muss das in den Augen des Versicherers nicht automatisch bedeuten, dass sie auch berufsunfähig sind. Durch diese Klausel wird die Versetzung in den Ruhestand oder eine Entlassung mit der Anerkennung der Berufsunfähigkeit gleichgesetzt.

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Tipp:

Fehlt der Zusatz „Entlassung“, klammert der Versicherer Beamte auf Widerruf und Beamte auf Probe aus. Denn diese können nicht in den Ruhestand versetzt, sondern nur entlassen werden.

Daneben müssen Sie je nach Beruf auf weitere spezielle Klauseln wie die Vollzugsdienst­unfähigkeits­klausel bei Polizisten beachten. Sinnvoll ist es zudem, eine Nachversicherungs­garantie zu vereinbaren. Mit ihr kann die Höhe der DU-Rente zu einem späteren Zeitpunkt ohne erneute Gesundheitsprüfung angepasst werden. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn Sie in jungen Jahren eine geringe Höhe vereinbaren, um die monatlichen Beiträge niedrig zu halten.

Individuell beraten lassen

Experten raten davon ab, eine Dienstunfähigkeitsversicherung auf eigene Faust abzuschließen. Viel zu groß ist die Gefahr von Fehlern, die Ihnen dabei unterlaufen können. Diese führen im schlimmsten Fall dazu, dass Ihnen Leistungen verweigert werden oder Sie mit dem Versicherer lange darum streiten müssen. Lassen Sie sich daher individuell beraten und finden Sie mithilfe eines Fachmannes den optimalen Schutz für Ihre Wünsche.

Wir hoffen Sie konnten bei uns alle relevanten Informationen finden. Für Verbesserungs­vorschläge und Anregungen kontaktieren Sie uns bitte gerne!

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